bild des monats
Sie möchten eines der Bilder als hochwertigen Print für Ihr Wohnzimmer? Kein Problem.
Kiel im September – Was macht ein Fotograf wenn er auf den Aufgang des Vollmonds wartet? Fotografieren natürlich. Mein Faible für –vorsichtig ausgedrückt- längere Belichtungszeiten samt Bewegungsunschärfen, macht auch vor Schiffen nicht halt. Ganz im Gegenteil. Die lassen sich prima darstellen – richtiges Timing vorausgesetzt. Die Geschwindigkeit des Schiffes gehört ebenso dazu, wie den Beginn und das Ende der Leuchtstreifen. Damit einhergehend muss ich die Belichtungszeit schätzen (wie lange braucht das Schiff um einen bestimmten Weg zurückzulegen?) plus Blende, die ihrerseits die Schärfentiefe inkl. Belichtungszeit beeinflusst. Und das innerhalb von ca. 30 Sekunden. Sonst ist das Schiff weg. Looking & Learning. Und der Vollmond? Den nahm ich dann hinterher auf. Schwierigkeiten mit dem einzigen natürlichen Erdsatelliten stehen allerdings auf einem anderen Blatt bzw. Newsletter.
Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 15 Sek. bei Blende 22.
Kiel im August – Entgegen der weitläufigen Meinung, dass man mit unhandlichen Panoramakameras nur „stehende Landschaften“ aufnehmen kann, können die behäbigen Dinger auch sportlich eingesetzt werden. Natürlich ohne Stativ. Was braucht man noch? Einen höherempfindlicheren Film, hier 400 ASA und eine ruhige Hand bzw. Körper, der das Schwanken des Bootes ausgleicht. Ein bisschen fummelig ist das Ausrechnen der Hyperfokaldistanz, also der Schärfenebene. Sich bewegende Motive haben die Angewohnheit sich zu bewegen. Mit anderen Worten: rein und raus aus dem scharfen Bereich. Aber hier hilft wie so oft Erfahrung. Und eine aufgeräumte Bildaufteilung. Das macht das Bild geometrischer.
Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 1/250 Sek. bei Blende 16.
Kiel im Juli – Vor Ort zu sein ist nicht gleichbedeutend mit Glück haben. Vielmehr heißt es vorauszuahnen, was wann wo wie geschehen wird. Wenn einem das kapriziöse Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht. Wie so oft wird das Leben eines Fotografen vom „vor Ort sein“ zum Zeitpunkt des Sonnenauf- bzw. -untergangs (fast schon) dominiert. Die “Blue Hour” (blaue Stunde) wird zur photographischen “Happy Hour“. Diese Aufnahme ist eine Variante des Bildes, das ich in meinem Buch verwendete. Wenn man vor Ort gute Aufnahmebedingungen vorfindet sollte man sie so gut wie möglich ausnützen. Es sei denn, das Motiv gibt es nicht her. Dieses schon.
Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 3min. bei Blende 22.
Kiel im Juni – Auch wenn der Juni quasi der „Kieler Woche-Spezial-Monat“ ist, findet man gleichwohl noch andere sommerliche Highlihgts. Als da wären Erdbeeren, Spargel, Heuschnupfen, Wassertemperaturen über 12 Grad und aufgrund der Wetterlage ein bisschen nach hinten rausgeschoben: Raps. Jedes Jahr befällt Tausenden von Fotografen eine hektische Unruhe: Nur nicht den besten Zeitpunkt verpassen. Wo fahre ich hin? Ins Landesinnere? Ans Meer? Wo sind die besten Felder dieses Jahr? Nicht unbedingt einfacher wird die Bilderhatz, aufgrund der jährlich wechselnden Felder. Gelb scheint in diesem Fall der ansonsten wichtigsten Farbe Rot, den Rang abzulaufen. Zu dumm, dass viele Bäume an den Rapsrändern zu diesem Zeitpunkt noch nicht blühen. Daher die oft etwas blass und kränklich wirkenden „Baumgerippe“. Alles egal, Hauptsache Gelb.
Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 1/8 Sek. bei Blende 22. Schärfe bei 3 Meter.
Kiel im Mai – Spannende unverbrauchte Blickwinkel sind heute selten zu finden. Es sei denn, man geht mit offenen Augen durch die Landschaft oder wie eine Photographenregel besagt: „Get your boots on“. Laufen, gucken, laufen, stehenbleiben, gucken, weiterlaufen. Warten. Auf Licht. Auf den richtigen Augenblick. Ich würde mal sagen, dass man als Fotograf ¾ seiner Zeit mit derartigen Begebenheiten verbringt. Wenn man die richtige Stelle gefunden geht’s gleich weiter; mit Objektivwahl, Bild einrichten, Licht messen, Filter anbringen, natürlich warten und immer wieder alle Einstellungen doppelt und dreifach kontrollieren. Das Bild letztlich, ist ratz fatz gemacht. Es sei denn man belichtet, wie bei diesem Motiv, sehr lange.
Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 10 Minuten bei Blende 22
Kiel im April – Dieses Motiv fällt bei mir unter die Kategorie „drive by“, wobei es bei den beiden verschwommenen Schiffen bei der Einfahrt in die Schleuse eher „wash by“ heißen sollte. Eigentlich gar nicht eingeplant, sondern im Vorbeifahren entdeckt und aufgenommen – nicht die schlechteste Art und Weise zu Fotografieren. Die Nebelwand war schon dabei sich aufzulösen als ich auf dem Weg nach Falkenstein war. Bis ich allerdings gewendet hatte, über die Brücke zurück fuhr und nochmals wendete verging –für meinen Geschmack- zuviel Zeit. Gerade noch rechtzeitig hetzte ich vollgepackt mit Rucksack und Stativ zur Brückenmitte, richtete den Ausschnitt ein, maß das Licht und machte diese eine Aufnahme. Danach lichtete sich die Nebelsuppe soweit, dass es kein spannendes Motiv ergab. Normale Schleusenfotos gibt es schließlich zu Hauf.
Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 10 Sekunden bei Blende 22
Kiel im März – Ich weiß, kaum einer mag noch Schnee und Eis sehen, ich bin da vielleicht noch eine Ausnahme. Mir kann es nicht kalt und eisig genug sein. Kein Wunder, wenn ein Motiv wie dieses vor mir liegt. Allein die Eisschollen in der Förde sind schon etwas besonders. In Zusammenarbeit mit klarem Himmel, kalten Temperaturen und –natürlich- der Sonne wird es fotografisch spannend. Anfangs bemerkte ich –ehrlich gesagt- die sich von der Strömungen bewegenden Eisschollen gar nicht. Erst nach einigen Minuten. Besser spät als gar nicht oder „Zeit nehmen fürs Foto“. Was tun, um die Bewegung darzustellen? Zu lange belichten bedeutet, dass das Schiff im Hintergrund extrem unscharf würde. In diesem Fall: aufs Gefühl verlassen; unter Zuhilfenahme eines Polfilters und des 0,3 ND Grauverlaufsfilters. Passt. Pathetisch ausgedrückt könnte man sagen, die Strömung schwämmt den Winter davon…
Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 0,5 Sekunden bei Blende 22.
Kiel im Februar – Wie sagt man so schön: Wassersport ist Motorsport. Ob das auch für Angler gilt? Als ich im Halbdunkel durch das alte Marinearsenal an den kleinen Strand stolperte, blickte ich direkt ins gleißendes Sonnenlicht aus dem zu meiner Verwunderung eine Stimme meinen Namen rief. Sören hatte ich hier nun als allerletzten Menschen erwartet, obwohl seines Zeichens Angler und immer auf der Suche nach dem perfekten Biss. Vielleicht ist das ähnlich wie beim Fotografieren: kalte Temperaturen und klare Luft bringen die besten Ergebnisse. So standen wir stundenlang einträchtig nebeneinander, jeder in seinem Element. Von Kälte kaum eine Spur, eher von direktem Gegenlicht, das gebändigt werden musste. Am Besten mit einer Kombination aus 0,3 und 0,6 ND Grauverlaufsfilter.
Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 15 Sekunden bei Blende 8
Kiel im Januar – Ich gebe es zu. Das Bild nahm ich nicht im vergangenen Januar auf, sondern im März und dann auch noch ein Jahr früher. An sich nicht besonders, allerdings lag 2008 extrem wenig Schnee. Wenn ich behaupten würde, man könne die Tage an einer Hand abzählen, wäre es sicherlich schon übertrieben. An diesem Morgen blieb der Schnee immerhin bis ca. 9:30 Uhr liegen. Wenig Zeit also, um winterliche Motive zu finden. Nachdem ich vorher am Kleinen Kiel war, düste ich noch schnell in die Forstbaumschule. Wald ist bei Schnee immer eine gute Alternative –vor allem wenn es schnell gehen muss. Dort liegt er länger als auf den Straßen. Fast könnte man meinen den Weihnachtsmann gäbe es doch. Ein rotes Etwas verschwindet im Nichts. Es bewahrheitet sich einmal mehr: Rot ist die wichtigste Farbe innerhalb einer Aufnahme. Diesmal: Keine Filter, kein Nichts. Selbst kein Weihnachtsmann. Nur eine Dame die mit ihrem Hund ein paar Stunden Schnee genoss. Zeit für einen warmen Kaffee für den frierenden Fotografen.
Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 32.
Kiel im Dezember – Ein typisches Weihnachtsmotiv findet sich in Kiel ebenso schwierig wie Sternschnuppen am Heiligen Abend. Keine klirrende Kälte, kein Schnee, dafür viel Nieselregen. Also nix mit bajuwarisch-traditionellen, blau-weißen Klischeefarben – mit Glück ein aufgelockerter Himmel wie hier in der Dänischen Straße. Eine weihnachtliche Ausnahme, obwohl die Bäume nicht geschmückt sind. Lichterketten allerdings vermitteln die passende Jahreszeit. Etwas romantischer wird die Aufnahme durch das aus dem Bild fahrenden Auto, das mitten in der Belichtung los fuhr (planen kann man so etwas kaum). Auf der Bank am Baum auf der rechten Bildseite sieht man noch zwei Menschen sitzen die durch längere Belichtungszeit zu Schatten mutieren. Die restlichen Fußgänger sind nicht mehr zu sehen – Bewegung macht unsichtbar. Um die Helligkeitsunterschiede im Himmel und der Straße auszugleichen benutzte ich einen Grauverlauffilter.
Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 2 Minuten bei Blende 22.
Kiel im November – Für diese Aufnahme bin ich mehrmals nach Schilksee gefahren, denn zum einen muss die Sonne an der richtigen Stelle stehen und zum anderen muss der Wind muss stark genug sein, damit das Wasser in seiner Bewegung verwischt dargestellt wird. Auch dürfen keine Wolkenschatten einzelne Bildbereiche abdunkeln. Starker Wind hat aber den Nachteil, dass er, gerade bei langen Belichtungszeiten, auch auf die Kamera trifft. Unter Umständen kann es zu Verwacklungsunschärfen führen, die die Aufnahme zerstören würden. So musste ich mit meinem Körper die Kamera schützen. Da mir das Licht nicht weich genug war, benutzte ich einen mittleren Warm-Up Filter. Damit ich auch bei Tageslicht eine genügend lange Belichtungszeit erreiche, musste ich zusätzlich einen dreifachen Graufilter und einen Polfilter einsetzen. So konnte ich mit Blende 22 arbeiten, um auch im vorderen Bildteil genügend Schärfenteife zu erlangen.
Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 3 Sekunden bei Blende 22.
Kiel im Oktober – Am Volkspark in Gaarden fährt man schnell vorbei. Dabei gäbe es hier viel zu entdecken. Man muss nur hinschauen. Im Oktober, wenn sich die Blätter Rot färben (allerdings nur, wenn es genug Regen gab) und ein kühler Wind durch die noch warme Luft streift, bemühte ich mich -trotz weniger Menschen- Bewegung ins Bild zu bekommen. Da kamen die sich im Wind bewegenden Blätter, die dem Bild einen Rahmen verleihen, gerade recht. So strahlt die Aufnahme Bewegung und Ruhe gleichermaßen aus.
Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Blende: 22. Belichtung: 1/4 Sekunden.












